Geopunkt Jurameer Schandelah


Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg, Wissenschaftsminister Björn Thümler, Prof. Dr. Rüdiger Scheller, Dr. Ralf Kosma, Detlef Kaatz im Geopunkt Jurameer Schandelahv.l.: Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg, Wissenschaftsminister Björn Thümler, Prof. Dr. Rüdiger Scheller, Dr. Ralf Kosma, Detlef Kaatz


Wissenschaftsminister Björn Thümler besucht Geopunkt Jurameer Schandelah

  • Begegnung von CDU-Delegation mit Forschungsteam und Unterstützerkreis
  • Zusage über einmalige Fördersumme für die laufende Grabungskampagne
  • Anregung zu mehrjährigem Forschungsprojekt im Geopunkt Jurameer Schandelah

Auf Initiative und Einladung von Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg besuchte Minister Björn Thümler am 21. Juli 2022 den Geopunkt Jurameer Schandelah. Der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur wurde von einer hochrangigen Delegation mit u.a. Christoph Plett, Oliver Schatta (beide MdL) und Landtagskandidat Holger Bormann begleitet. Sie tauschten sich mit den Trägern sowie Projektpartnern und Unterstützern vom Geopunkt Jurameer Schandelah aus und informierten sich über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Fossiliensuche des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig (SNHM).

Die Moderation der zweistündigen Begegnung übernahm als Hausherr Prof. Dr. Rüdiger Scheller von der Dr. Scheller Stiftung. Initiator Frank Oesterhelweg und Detlef Kaatz als Bürgermeister der Gemeinde Cremlingen betonten in ihren einleitenden Worten die Notwendigkeit, den Geopunkt Jurameer Schandelah für die Region weiter zu stärken.

Anschließend präsentierte Grabungsleiter Dr. Ralf Kosma vom SNHM die fachlichen Hintergründe aus Sicht der Paläontologie. Er hob hervor, dass die Fossilienfunde aus dem Grabungsort Schandelah teilweise weltweit einmalig und besonders gut erhalten seien, was ihre hohe Bedeutung in der Wissenschaft auch für das Verständnis von Klima und Evolution ausmache. Kosma erläuterte die komplexe Bergung bspw. eines über drei Meter langen Fischsauriers und verwies auf wertvolle Objekte von Flugsauriern oder Schlangenhalssauriern, aber auch Libellen aus der Zeit des Jurameer vor rund 180 Millionen Jahren. Das SNHM sei eines der wenigen Naturhistorischen Museen, das den ganzen Zyklus von der Suche und Bergung über die Präparation bis hin zur Publikation, Präsentation und Aufbewahrung der Jurameer-Funde vollständig abdecken könne, erklärte Kosma.

Aktuell läuft die neunte Grabungssaison im Geopunkt in Folge. Ein Team von rund zehn Grabungshelfern arbeitet von Mai bis ca. Oktober im Forschungsgelände. Die Besuchergruppe machte sich ein umfassendes Bild von der anstrengenden Handarbeit mit Hammer, Meißel und Schubkarre im Schieferbruch von Schandelah.

Besucherdelegation im Geopunkt Jurameer SchandelahBesucherdelegation mit dem Partnernetzwerk vom Geopunkt Jurameer Schandelah im Grabungsgelände

Nach diesen Eindrücken ergriff Minister Björn Thümler das Wort und sprach allen Aktiven seinen Dank und seine Anerkennung aus. Er verwies auf die bereits erfolgte Förderung der Grabung durch sein Haus seit 2014. Zugleich konnte er eine weitere einmalige Förderung für die laufende Periode mit einem fünfstelligen Betrag zusagen. Zur künftigen Finanzierung der Arbeiten im Geopunkt Jurameer Schandelah regte Herr Thümler ein längerfristiges Forschungsprojekt im Rahmen der Wissenschaftsförderung an.

Prof. Scheller betonte in diesem Zusammenhang erste Ansätze, den Geopunkt Jurameer Schandelah neben der Einbindung in den Geopark sowie dem Angebot als außerschulischer Lernort mit den Schwerpunkten Evolution und Umweltbildung auch als Plattform für weitere übergreifende zeitgeschichtliche Forschungs- und Erinnerungsfelder zu nutzen. Dabei gäbe es Schnittstellen beispielsweise zur Thematik des KZ-Gedenkens oder der jüdischen Aufklärung in der Region, aber auch die Bioptopvernetzung oder die Ressourcenschonung und das Kreislaufprinzip in Land- und Bauwirtschaft seien willkommene Aktionsgebiete. Es wäre für ihn ein Herzensanliegen, wenn beim Geopunkt ein fester Ort für die Wissenschaft und Forschung zum Jurameer etabliert werden könnte, sagte er.

Der Termin endete mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Das Team vom Geopunkt Jurameer Schandelah mit allen Trägern, Partnern und Unterstützern bedankt sich herzlich für den sehr freundlichen und offenen Besuch und Dialog.

IMPRESSIONEN VOM BESUCH - alle Fotos: Yvonne Salzmann

Wir bedanken uns herzlich bei den Unterstützern aus dem Partnernetzwerk mit u.a.:

  • Frank Denecke, Ortsheimatpfleger Schandelah
  • Prof. Dr. Ulrich Joger, Stiftungsrat
  • Detlef Kaatz, Bürgermeister Cremlingen
  • Dr. Ralf Kosma, Grabungsleiter & SNHM
  • Dr. Jörg Munzel, Israel Jacobson Netzwerk
  • Astrid Paus, Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig
  • PD Dr. Mike Reich, SNHM
  • Thomas Schebesta, Bürgerstiftung Braunschweig
  • Hartmut Schrap, Natur-Netz Niedersachsen
  • Georg Seipold, Stiftungrat
  • Dr. Henning Zellmer, Geopark Harz - Braunschweiger Land - Ostfalen